{"id":8483,"date":"2024-01-15T09:33:55","date_gmt":"2024-01-15T09:33:55","guid":{"rendered":"https:\/\/146.190.235.232\/radyanskij-ruh-u-nimechchini-naprikinci-pershoyi-svitovoyi-vijni\/"},"modified":"2026-02-07T11:15:54","modified_gmt":"2026-02-07T09:15:54","slug":"radyanskij-ruh-u-nimechchini-naprikinci-pershoyi-svitovoyi-vijni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/commons.com.ua\/en\/radyanskij-ruh-u-nimechchini-naprikinci-pershoyi-svitovoyi-vijni\/","title":{"rendered":"Streiks, Gewerkschaften und Arbeiterrate. Die Ratebewegung in Deutschland am Ende des Ersten Weltkrieges"},"content":{"rendered":"<p>Der Begriff der R&auml;te oder R&auml;terepublik ist in der globalen Erinnerung untrennbar verbunden mit der Russl&auml;ndischen Revolution von 1917. R&auml;te oder Arbeiterr&auml;te sind mitunter ein Synonym f&uuml;r den kommunistischen Einparteienstaat. Ihre Urspr&uuml;nge liegen jedoch woanders: die europ&auml;ische Bewegung der Arbeiterr&auml;te entstand gegen Ende des Ersten Weltkrieges aus Streikversammlungen. R&auml;te ersetzten in einer Krise Parteivorstand und Gewerkschaftsf&uuml;hrung, sie hatten den Anspruch, &uuml;ber Parteigrenzen hinweg die Interessen der arbeitenden Menschen zu vertreten. Solche R&auml;te gab es nicht nur in Russland. Sie waren von 1916-1920 Teil einer europaweiten Sozialen Bewegung, die das Ende des Weltkriegs forderte &ndash; und durchsetzte.&nbsp;<\/p>\n<p>Bereits von zeitgen&ouml;ssischen Gegnern dieser Bewegung wurde behauptet, die R&auml;te in Westeuropa w&uuml;rden das bolschewistische Modell nachahmen. Diese Vorstellung ist jedoch historisch nicht haltbar. R&auml;te von Arbeitern und Soldaten, aber auch Hausfrauen, Bauern und anderen Gruppen formten sich spontan und unabh&auml;ngig voneinander &ndash; sie reagierten auf den ersten Weltkrieg als gemeinsame, globale Herausforderung. Der erste Arbeiterrat in Deutschland entstand bereits im April 1917 in Leipzig. Die R&auml;te in Deutschland richteten sich gegen den Krieg selbst, aber auch gegen die damit verbundenen H&auml;rten wie Lebensmittelknappheit.&nbsp;<\/p>\n<p>W&auml;hrend anderswo die Bauern und ihre Forderung nach Landreform eine gro&szlig;e Rolle spielten, war die deutsche R&auml;tebewegung von st&auml;dtischen Arbeitern, bei Streiks auch von Arbeiterinnen sowie meuternden Soldaten getragen &ndash; Soldaten, die oft selbst Arbeiter waren. Ihre Vorbilder waren die Versammlungen der Gewerkschaften und der deutschen Sozialdemokratie (SPD). Viele deutsche Sozialdemokraten waren in den Jahren 1918 und 1919 aktiv in den R&auml;ten &ndash; auch wenn ihre Parteif&uuml;hrung die R&auml;te bek&auml;mpfte. Die deutsche R&auml;tebewegung w&auml;hrte kurz, von etwa 1917 bis ins Fr&uuml;hjahr 1920, danach ging die Politik wieder in die H&auml;nde politischer Parteien &uuml;ber.<\/p>\n<p>Die deutsche R&auml;tebewegung erreichte im November 1918 zwei Erfolge mit globaler Wirkung: das Ende des Ersten Weltkrieges und den &Uuml;bergang Deutschlands vom Kaiserreich zur Demokratie. In der Historiographie des Kalten Krieges wurden diese Erfolge kaum gew&uuml;rdigt, auch hier galten die R&auml;te oft f&auml;lschlicherweise als Nachahmer der Bolschewiki. Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1989, insbesondere zum 100. Jahrestag der Deutschen Revolution von 1918 im Jahr 2018 ist diese Sicht jedoch in der deutschen Geschichtswissenschaft und Erinnerungspolitik differenzierter: Die R&auml;tebewegung wird als Geburtshelferin der Demokratie anerkannt.&nbsp;<\/p>\n<h2>Das Versagen der Arbeiterparteien 1914<\/h2>\n<p>Die deutsche Revolution vom November 1918 ist nicht denkbar ohne das historische Versagen der europ&auml;ischen Arbeiterbewegung im August 1914. Diese Bewegung vertrat die Interessen der Arbeitenden, ihre innere Organisation war demokratisch, dominant war die Sozialdemokratische Partei als Muster &ndash; die Deutsche SPD war die Gr&ouml;&szlig;te unter diesen Parteien. Gerade in Monarchien wie Deutschland oder &Ouml;sterreich forderten diese Arbeiterparteien eine Demokratisierung von Gesellschaft und Staat. Gleichzeitig hatten die sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien stets vor einem Krieg gewarnt, insbesondere in den Konflikten um Kolonialbesitz zwischen Deutschland, Frankreich und England ab Beginn des 20. Jahrhunderts. Die deutsche Sozialdemokratie und die mit ihr verbundenen Gewerkschaften weigerten sich, ihre Regierungen bei der Besetzung fremder Territorien zu unterst&uuml;tzen. Sie vertraten diese Position in einer globalen Vereinigung, der &bdquo;Zweiten Internationale&ldquo;. Doch 1914 zerbrach diese Einheit. In Deutschland, Frankreich und fast allen anderen europ&auml;ischen Staaten stellten sich die Arbeiterparteien geschlossen an die Seite ihrer jeweiligen Regierungen und unterst&uuml;tzten den Krieg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u041a\u0430\u0440\u043b \u041b\u0456\u0431\u043a\u043d\u0435\u0445\u0442\" src=\"\/file\/uploads\/2024\/01\/15\/mqaoky.jpg\" style=\"width: 100%;\" \/><\/p>\n<p><small>Karl Liebknecht spricht auf der Friedenskundgebung der SPD im Treptower Park, Berlin, 3. September 1911. Quelle: <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/bestand\/objekt\/ba172539\">Deutsches Historisches Museum, Berlin<\/a><\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der gegen den Krieg eingestellte linke Fl&uuml;gel der deutschen Sozialdemokratie war zun&auml;chst unf&auml;hig zu irgendeiner Reaktion. Schock und Realit&auml;tsverleugnung bestimmten das Bild. Karl Liebknecht, ein prominenter Kritiker des deutschen Militarismus, stimmte am 4. August 1914 mit der Mehrheit der SPD-Reichstagsfraktion f&uuml;r die Bewilligung von Kriegskrediten &#8211; aus Fraktionsdisziplin. Es dauerte Monate, bis sich im Parlament Widerstand regte. Erst in einer zweiten Abstimmung im Dezember 1914 verweigerte Karl Liebknecht als einziger offen die Zustimmung zum Krieg. Der Abgeordnete Fritz Kunert verweigerte sich immerhin passiv und verbrachte die Sitzung auf den Toiletten des Reichstagsgeb&auml;udes. Erst 1916 formierte sich im Parlament eine geschlossene Opposition, die sich nach deren Ausschluss durch die Mehrheits-SPD als &bdquo;Unabh&auml;ngige Sozialdemokratische Partei&ldquo; (USPD) konstituierte.<\/p>\n<h2>Massenstreik als Debatte<\/h2>\n<p>Die Hilflosigkeit der Sozialdemokratie bei Kriegsbeginn war Ausdruck einer lang w&auml;hrenden Selbstblockade der Partei. Widerstrebende Fl&uuml;gel wurden nur noch durch die Klammer der Disziplin zusammengehalten. Hervorragende Wahlergebnisse wie zuletzt 1912 verdeckten diese Tatsache und trieben die Partei noch tiefer in die Sackgasse des Abwartens &ndash; die Wahlergebnisse stiegen, vielleicht w&uuml;rde der Erfolg von selber kommen. Die SPD verweigerte jedoch die Einsicht, dass im Deutschen Kaiserreich das Parlament nur begrenzte Rechte hatte &ndash; selbst eine Mehrheit bei den Wahlen h&auml;tte nicht automatisch die erhoffte Demokratisierung gebracht. Nach wie vor war in vielen Teilstaaten des f&ouml;deralen Reiches ein reaktion&auml;res Dreiklassenwahlrecht in Kraft, bei dem Arbeiter weniger Stimmrechte hatten als Steuerzahler mit hohem Einkommen.<\/p>\n<p>Eduard Bernstein, Anf&uuml;hrer der &bdquo;Revisionisten&ldquo; auf dem rechten Fl&uuml;gel der SPD, hatte diese Blockade durchaus gesehen. Seine ab 1896 formulierten Vorschl&auml;ge kamen jedoch einer Selbstaufgabe gleich: die Partei solle sich in eine &quot;demokratisch-sozialistische Reformpartei&quot; verwandeln, ihre Revolutionsphantasien aufgeben und auf Koalitionen mit dem liberalen B&uuml;rgertum setzen. Die Parteilinke konnte dies im Verbund mit dem &quot;orthodoxen Zentrum&quot; um Parteif&uuml;hrer August Bebel noch verhindern. Ironischerweise diente ihr dabei gerade die Parteidisziplin als Argument gegen die revisionistischen &quot;Abweichler&quot;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u0420\u043e\u0437\u0430 \u041b\u044e\u043a\u0441\u0435\u043c\u0431\u0443\u0440\u0433\" src=\"\/file\/uploads\/2024\/01\/15\/mislow.jpg\" style=\"width: 100%;\" \/><\/p>\n<p><small>Rosa Luxemburg, um 1910. Quelle: <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/bestand\/objekt\/rosa-luxemburg-um-1910.html\">Deutsches Historisches Museum, Berlin<\/a><\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Ausbruchsversuch der SPD-Linken um Rosa Luxemburg sah vor, mit der Durchf&uuml;hrung von Massenstreiks soziale und demokratische Forderungen durchzusetzen.&nbsp; In Schweden und Belgien hatte durch politische Massenstreiks das allgemeine Wahlrecht erk&auml;mpft werden k&ouml;nnen, in der russl&auml;ndischen Revolution des Jahres 1905 war der Massenstreik erfolgreichstes Kampfmittel &ndash; auch hier musste zeitweise ein Parlament eingesetzt werden. Sogar unter den F&uuml;hrern der Revisionisten fanden sich daher Bef&uuml;rworter des Massenstreiks. Eduard Bernstein erkl&auml;rte sich f&uuml;r den Massenstreik zur Erzwingung des allgemeinen Wahlrechts. Der Massenstreik wurde vom Jenaer Parteitag des Jahres 1905 jedoch nicht als offensive Taktik empfohlen, sondern nur als Verteidigung im Falle einer Einschr&auml;nkung der Gewerkschaftsarbeit oder bei drohenden Verschlechterungen im Wahlrecht.<\/p>\n<p>Die eng mit der SPD verbundenen Vorst&auml;nde der deutschen Gewerkschaften waren gegen Massenstreiks. Sie waren Praktiker, die sich nicht zum Revisionismus bekannten, aber faktisch eine reformistische Politik betrieben. Auf dem K&ouml;lner Gewerkschaftskongress von 1905 erkl&auml;rten sie Massenstreiks f&uuml;r &quot;indiskutabel&quot; und &quot;verwerflich&quot;, die Taktik sei eine Losung von &quot;Anarchisten und Leuten ohne jegliche Erfahrung&quot;. Der Mannheimer Parteitag von 1906 fand schlie&szlig;lich den Formelkompromiss, dass Partei und Gewerkschaften sich in dieser Frage abstimmen w&uuml;rden. Damit hatten die Gewerkschaftsf&uuml;hrungen ein faktisches Vetorecht, der politische Massenstreik war begraben.<\/p>\n<h2>Massenstreik als Realit&auml;t&nbsp;<\/h2>\n<p>Erst im Weltkrieg wurde der Massenstreik in Deutschland Realit&auml;t &ndash; nicht als Partei- oder Gewerkschaftsbeschluss, sondern als soziale Bewegung von unten. Die Gewerkschaftsf&uuml;hrungen hatten sich bereits zwei Tage vor Bewilligung der Kriegskredite auf einen &quot;Burgfrieden&quot; mit der Regierung geeinigt. Im Kriege sollten Streiks nicht stattfinden. Man sah den Krieg als Verteidigungskrieg &ndash; obwohl 1914 deutsche Soldaten den Krieg gestartet hatten, indem sie Belgien und Luxemburg &uuml;berfielen.&nbsp;<\/p>\n<p>Widerstand gab es hier nur bei unteren Funktion&auml;ren, etwa in der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV), dem Vorl&auml;ufer der heutigen Industriegewerkschaft Metall (IG Metall, seit 1949). Hier weigerten sich die Dreher unter ihrem Berliner Branchenleiter Richard M&uuml;ller bereits 1914, auf Arbeitsk&auml;mpfe zu verzichten. Trotz Krieg und Burgfrieden f&uuml;hrten sie Streiks f&uuml;r h&ouml;here L&ouml;hne und bessere Arbeitsbedingungen durch. Aufgrund ihrer Wichtigkeit als Facharbeiter hatten sie damit Erfolg. Sie konnten sich sowohl gegen die Repression der Kaiserlichen Beh&ouml;rden als auch gegen die Spitze ihrer eigenen Gewerkschaft durchsetzen.<\/p>\n<p>Aus diesen ersten, zun&auml;chst eher lohnpolitisch motivierten Ans&auml;tzen von Ungehorsam entstand im Verlaufe des Krieges das Netzwerk der &quot;Revolution&auml;ren Obleute&quot;. Die Obleute waren eine Gruppe von Betriebsvertrauensleuten in den Gro&szlig;betrieben der Berliner Metallindustrie. Sie waren Gewerkschaftsmitglieder, kannten sich seit Jahren aus gemeinsamer Arbeit im Metallarbeiterverband DMV. Jeder Gro&szlig;betrieb hatte einen Vertrauensmann. Die Obleute der Gro&szlig;betriebe wiederum hatten ihrerseits Vertrauensleute in den einzelnen Abteilungen und Werkst&auml;tten ihrer Firma, so dass das Netzwerk trotz seiner Gr&ouml;&szlig;e von nur etwa 50 Personen Einflu&szlig; auf Hunderttausende Arbeiter und Arbeiterinnen hatte. Aufgenommen in den kleinen, informellen Kreis der dissidierenden Obleute wurde nur, wer wirklich das Vertrauen der Kollegen besa&szlig;.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u0420\u0456\u0445\u0430\u0440\u0434 \u041c\u044e\u043b\u043b\u0435\u0440\" src=\"\/file\/uploads\/2024\/01\/15\/hlsyzn.jpg\" style=\"width: 100%;\" \/><\/p>\n<p><small>Richard M&uuml;ller. Datum unbekannt. Quelle: <a href=\"https:\/\/www.workerscontrol.net\/de\/aktivisten\/richard-mueller-0\">workerscontrol.net<\/a><\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Obleute agierten aufgrund der Repression im Kriege als Geheimorganisation. Sie waren Teil der USPD, handelten jedoch v&ouml;llig autonom von dieser. Vor allem nutzten sie die USPD, um Kollegen au&szlig;erhalb von Berlin zu treffen und ihr Netzwerk zu erweitern. Oft trieben die Obleute die Partei zum Handeln. Etwa im gro&szlig;en Massenstreik vom Januar 1918, der bis zur Revolution gr&ouml;&szlig;ten Aktion der Obleute. Bis zu 400.000 Menschen allein in Berlin sollen hier gestreikt haben, darunter viele Frauen. Die R&uuml;stungsindustrie kam komplett zum Erliegen und in &uuml;ber einem Dutzend St&auml;dten gab es &auml;hnliche Bewegungen. Die Streikenden forderten ein Ende des Ersten Weltkrieges, sofortige Presse- und Versammlungsfreiheit sowie eine Demokratisierung des deutschen Staates. Dies war zun&auml;chst ein b&uuml;rgerlich-pazifistisches Programm.&nbsp;<\/p>\n<p>Der Krieg war ab 1916 zunehmend unbeliebt, da es sich nicht um einen Verteidigungskrieg handelte &ndash; Deutschland war 1914 nicht &uuml;berfallen worden, auch wenn die Regierung dies suggerierte, die Rolle Deutschlands als Angreifer wurde im Verlauf des Krieges immer deutlicher sichtbar. Nicht nur der &Uuml;berfall auf Belgien verstie&szlig; gegen das V&ouml;lkerrecht, auch die Besetzung der Ukraine ab 1918 durch deutsche und &ouml;sterreichische Truppen war ein Akt der Kolonisation. Rechte Parteien und Politiker in Deutschland sahen diese Besatzung als Erfolg, f&uuml;hrten schon ab 1916 offene Debatten &uuml;ber &bdquo;Kriegsziele&ldquo;. Sie drehten sich samt und sonders um die Eroberung fremder Territorien. Immer gr&ouml;&szlig;ere Kreise der deutschen Bev&ouml;lkerung, insbesondere Arbeiter und &auml;rmere Schichten, waren nicht mehr bereit, f&uuml;r diese Kriegsziele zu sterben und zu hungern.<\/p>\n<h2>Die Organisierung der Obleute<\/h2>\n<p>Vorangegangen war den Streiks der Obleute eine lange Organisationspraxis. Am Rande offizieller Treffen der USPD und des DMV, aber auch auf vermeintlich unpolitischen Bierfesten im Rahmen der Gewerkschaft hatten die Obleute ihr Netzwerk erweitert. Seit dem Verbandstag des DMV im Jahr 1917 verf&uuml;gten sie auch &uuml;ber deutschlandweite Verbindungen.<\/p>\n<p>Ihre erste Massenaktion war der Liebknechtstreik im Juni 1916 &#8211; eine Solidarit&auml;tsbewegung von 50.000 Berliner Arbeitern f&uuml;r den am 1. Mai verhafteten Abgeordneten Karl Liebknecht. Die Aktion war ein Fanal, dennoch konnte sie die Freilassung Liebknechts nicht erzwingen. Er verblieb bis zu einer Amnestie im Oktober 1918 im Gef&auml;ngnis. Der zweite politische Massenstreik, der &quot;Brotstreik&quot; des Jahres 1917 war wesentlich gr&ouml;&szlig;er: er drehte sich haupts&auml;chlich um die Verbesserung der Ern&auml;hrungslage, hier beteiligten sich auch viele Arbeiterinnen und Hausfrauen &#8211; in den sp&auml;teren R&auml;ten waren sie unterrepr&auml;sentiert.<\/p>\n<p>In diesem Aufgreifen der Alltagsn&ouml;te der Bev&ouml;lkerung lag die St&auml;rke der Obleute. Sie schlugen nur los, wenn sie die Stimmung f&uuml;r reif hielten, trotz ihrer faktischen Stellung als Avantgarde unternahmen sie niemals Aktionen, die die Masse der Arbeitenden nicht mittragen w&uuml;rden. Mit der von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg angef&uuml;hrten Organisation namens &bdquo;Spartakusbund&ldquo; hatten die Obleute deshalb heftige Kontroversen. Der Spartakusbund war eine Gruppe linker Kriegsgegner und ebenfalls Teil der USPD. Er verlangte eine st&auml;ndige Bewegung, wollte Aktionen um jeden Preis und vertrat die These, gegenseitige Provokationen von Arbeiterklasse und Staatsmacht w&uuml;rden sich schlie&szlig;lich zum Aufstand steigern. Die Obleute hingegen waren der Ansicht, dass dieser Art Voluntarismus wenig Anklang finden w&uuml;rde und gingen ihre eigenen Wege. Sie behielten recht: alle politischen Massenstreiks und auch die Novemberrevolution in Berlin wurden von ihnen ausgel&ouml;st.<\/p>\n<p>Dennoch waren die Obleute auf die Gruppe Spartakus angewiesen. Die Gruppe hatte mehr Intellektuelle aufzuweisen, die von ihr ver&ouml;ffentlichten &bdquo;Spartakusbriefe&ldquo; waren sehr wichtig, um die Bev&ouml;lkerung &uuml;ber die Rolle Deutschlands als Aggressor im Krieg aufzukl&auml;ren. Auch f&uuml;r die Wendung der Obleute vom Lohnkampf hin zur revolution&auml;ren Gruppe war der Einfluss der Spartakusgruppe nicht zu untersch&auml;tzen. Doch R&auml;te und der Sturz des Kaisers im November 1918 wurden nicht von Liebknecht und Luxemburg organisiert. Diese sa&szlig;en w&auml;hrend der entscheidenden Jahre 1916 &#8211; 1918 im Gef&auml;ngnis. Ihre Anh&auml;nger hatten zwar politischen Einfluss, aber keine Basis in den Betrieben. Die Obleute dagegen hatten diese Basis &ndash; sie nutzten sie zur Vorbereitung von Massenstreiks.&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u043b\u0438\u0441\u0442 \u0441\u043f\u0430\u0440\u0442\u0430\u043a\u0430\" src=\"\/file\/uploads\/2024\/01\/15\/ibfrsm.jpg\" style=\"width: 100%;\" \/><\/p>\n<p><small>Spartakusbrief, Nr. 1, 20. September 1916. Quelle: <a href=\"https:\/\/thecharnelhouse.org\/2014\/03\/04\/german-socialists-assail-u-boat-war\/1916_spartakusbriefe\/\">The Charnel-House<\/a><\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Aus Streiks werden R&auml;te<\/h2>\n<p>Die Leitungen dieser Streiks waren Vorl&auml;ufer der R&auml;te: offene Versammlungen, in denen die Streikleitung gew&auml;hlt wurde von allen Anwesenden. W&auml;hrend der Streiks mussten die Obleute nicht mehr geheim agieren &ndash; sie konnten offen handeln. Im Laufe des Jahres 1918 nannten sich die Streikleitungen auch &bdquo;Arbeiterrat&ldquo;, teils findet sich diese Bezeichnung schon 1917. Die R&auml;te entstanden aus einem Machtvakuum heraus: die Gewerkschaftsf&uuml;hrung organisierte keine Streiks und konnte die Interessen der Arbeitenden nicht mehr vertreten, auch die Mehrheit der SPD verurteilte die Streikenden &ndash; und die USPD agierte nur im parlamentarischen Raum, hatte aber nicht die Breite in den Betrieben. Die Obleute und sp&auml;ter die Arbeiterr&auml;te waren eine Revolte innerhalb der Gewerkschaften, unter starker Beteiligung von Arbeitenden, die nicht Gewerkschaftsmitglied waren. Die R&auml;te funktionierten nach einem ur-demokratischen Prinzip: jede Person hatte eine Stimme, jede Versammlung durfte die Streikleitung oder den Rat jederzeit wieder abw&auml;hlen. Mitglieder aller Parteien waren in den R&auml;ten aktiv.<\/p>\n<p>Die Soldatenr&auml;te dagegen entstanden unabh&auml;ngig von den Obleuten. Sie waren Versammlungen von Soldaten, die ihre Befehle verweigerten &ndash; zuerst in Kiel 1918, als die Offiziere einen selbstm&ouml;rderischen letzten Zug der Marine gegen die &uuml;berlegene englische Flotte forderten.&nbsp;<\/p>\n<h2>Von den R&auml;ten zum Sturz des Kaisers<\/h2>\n<p>Die Kriegsm&uuml;digkeit f&uuml;hrte im November 1918 zum Sturz des Kaisers und zum Waffenstillstand. In den als &bdquo;Novemberrevolution&ldquo; bezeichneten Ereignissen waren Armee und Marine das entscheidende Element, die zweitwichtigste Kraft war die st&auml;dtische Arbeiterschaft. Im Herbst 1918 war der Zusammenbruch der Front offensichtlich, das Ende der Disziplin im Heer war eine Voraussetzung f&uuml;r jede revolution&auml;re Regung, die Revolte der Kieler Matrosen das Startsignal der Deutschen Revolution. Jetzt sahen auch die Obleute ihren Tag gekommen und organisierten einen bewaffneten Aufstand f&uuml;r Berlin.<\/p>\n<p>Heftige Debatten gab es dabei zwischen den Kontrahenten Richard M&uuml;ller als Sprecher der Obleute und Karl Liebknecht als F&uuml;hrungsfigur der Spartakusgruppe: Liebknecht, frisch aus dem Gef&auml;ngnis entlassen und tatendurstig, verlangte Anfang November ein sofortiges Vorgehen. M&uuml;ller und die Obleute jedoch hatten Skrupel: die Berliner Truppen waren nach wie vor Kaisertreu, die Obleute bef&uuml;rchteten ein Blutbad und wollten den Generalstreik erst am 11. November starten. Am Ende wurde kurzfristig der 9. November festgesetzt, die Bewegung lie&szlig; sich nicht mehr aufhalten und siegte ohne gr&ouml;&szlig;eren Widerstand.<\/p>\n<p>Der Kaiser musste abdanken, innerhalb von zwei Tagen wurde ein Waffenstillstand geschlossen und der verhasste Krieg beendet. Arbeiter- und Soldatenr&auml;te &uuml;bernahmen die politische Macht im ganzen Land &ndash; auch in kleineren und mittelgro&szlig;en St&auml;dten entstanden spontan R&auml;te, Vorbild waren die Streikleitungen der vorangegangenen Massenstreiks, insbesondere des Januarstreiks von 1918. Waren die Massenstreiks im Kriege haupts&auml;chlich von pazifistischen und demokratischen Forderungen gepr&auml;gt, so dominierten in der Revolution sozialistische Forderungen. Ziel war eine Demokratie, nicht nur im Parlament, sondern auch in der Fabrik. Nicht der Eigent&uuml;mer sollte regieren, sondern die R&auml;te sollten &uuml;ber die Produktion und Arbeitsbedingungen entscheiden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u0434\u0435\u043c\u043e\u043d\u0441\u0442\u0440\u0430\u043d\u0442\u0438\" src=\"\/file\/uploads\/2024\/01\/15\/cljmzo.jpg\" style=\"width: 100%;\" \/><\/p>\n<p><small>Revolution&auml;re Demonstranten am 9. November 1918 in Berlin, Unter den Linden. Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Bundesarchiv_Bild_183-18594-0045,_Berlin,_Novemberrevolution.jpg\">Wikimedia<\/a><\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In dem revolution&auml;ren Umbruch wurden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ebenso wie Richard M&uuml;ller und der USPD-Politiker Ernst D&auml;umig zentrale Figuren der R&auml;tebewegung. M&uuml;ller war Vorsitzender des &quot;Berliner Vollzugsrates der Arbeiter- und Soldatenr&auml;te&quot;, als Anf&uuml;hrer dieses h&ouml;chsten Revolutionsorgans sogar nominell Staatsoberhaupt, bis im Dezember ein erster allgemeiner R&auml;tekongress tagte. D&auml;umig und M&uuml;ller verfassten gemeinsam Schriften zum R&auml;tessystem und wollten dessen Institutionalisierung: R&auml;te sollten die Rolle des Parlaments &uuml;bernehmen, Politik und Wirtschaft nicht mehr getrennt, sondern als Einheit verwaltet werden.<\/p>\n<p>Jedoch mussten M&uuml;ller und D&auml;umig dabei Niederlage um Niederlage hinnehmen. So fehlte ihnen die Unterst&uuml;tzung der Soldaten. Diese waren politisch eher unerfahren und ordneten sich im Zweifelsfall der SPD unter, die wiederum mit Parolen wie &quot;Ruhe und Ordnung&quot; und dem Verlangen nach einer Nationalversammlung &ndash; also einem Parlament mobilisierte. Sie wollte an die Praxis der Vorkriegszeit ankn&uuml;pfen: eine Reform im Parlament, keine &uuml;berst&uuml;rzten &Auml;nderungen. Zuerst unterst&uuml;tzten die Soldaten eher die SPD, aber nach wenigen Wochen l&ouml;sten sich die Soldatenr&auml;te ganz auf: zu Weihnachten fuhren fast alle Soldaten nach Hause, &uuml;brig blieben Heimatlose und Kaisertreue, die sich in Freikorps organisierten und die Basis einer Konterrevolution stellten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Das Ende der R&auml;tebewegung<\/h2>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u0437\u02bc\u0457\u0437\u0434 \u043d\u0456\u043c\u0435\u0446\u044c\u043a\u0438\u0445 \u0440\u0430\u0434\" src=\"\/file\/uploads\/2024\/01\/15\/mxpucj.jpg\" style=\"width: 100%;\" \/><\/p>\n<p><small>Reichsr&auml;tekongress, Berlin, 16.-21. Dezember 1918. Auf dem Podium, von links nach rechts: Max Cohen, Philipp Scheidemann, Otto Landsberg, Hugo Haase, Friedrich Ebert und Emil Barth. Quelle: <a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/DE\/Content\/Dokumente-zur-Zeitgeschichte\/19181216_reichsraetekongress.html\">Bundesarchiv<\/a><\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Arbeiterr&auml;te hatten zwar faktisch die Macht in den Fabriken, jedoch hatten sie mit dem Sturz des Kaisers am 9. November nicht wirklich die Regierung &uuml;bernommen. Die R&auml;tebewegung dominierte den Berliner Vollzugsrat als nominell h&ouml;chster Rat der Republik, doch dieser war durch Konflikte zwischen USPD und SPD blockiert. Und die eigentliche Regierung war ein &bdquo;Rat der Volksbeauftragten&ldquo; aus sechs Personen. Hier war mit Emil Barth nur eine Figur aus der R&auml;tebewegung vertreten, dominiert wurde der Rat vom Sozialdemokraten Friedrich Ebert. Der wiederum setzte auf ein B&uuml;ndnis mit dem Milit&auml;r. Die SPD hatte damit eine milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung, die R&auml;tebewegung nicht.<\/p>\n<p>Trotz gro&szlig;er Mobilisierungen 1919 zerfiel die R&auml;tebewegung bis 1920. Sie litt an Unschl&uuml;ssigkeit, hatte die entscheidenden F&uuml;hrungspositionen 1918 nicht besetzen k&ouml;nnen. Auch der erste Kongress aller deutschen R&auml;te, der &bdquo;Reichsr&auml;tekongress&ldquo; entschied sich im Dezember 1918 gegen das R&auml;tesystem und f&uuml;r die Wahl eines Parlaments. Bei der Wahl dieses ersten demokratischen Parlaments im Januar 1919 erlangte die USPD als einzige Partei, die das R&auml;tesystem unterst&uuml;tzte, nur eine Minderheit der Stimmen. Die Mehrheit hatten B&uuml;rgerliche Kr&auml;fte. Die R&auml;tebewegung war in der Defensive, ihre K&auml;mpfe verwandelten sich immer mehr in Lohnk&auml;mpfe, als Inflation und Arbeitslosigkeit ab 1919 anstiegen. Da, wo die R&auml;te dennoch politisch aktiv wurden, fielen sie gegenrevolution&auml;rer Gewalt zum Opfer. Nicht nur revolution&auml;re Aufst&auml;nde wurden niedergeschlagen wie etwa die lokalen R&auml;terepubliken in Bremen und M&uuml;nchen. Auch zivile Streiks wie der Berliner M&auml;rzstreik von 1919 wurden vom Milit&auml;r brutal beendet, allein hier gab es hunderte, wahrscheinlich &uuml;ber tausend Todesopfer.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u043f\u043e\u0448\u0442\u043e\u0432\u0430 \u043b\u0438\u0441\u0442\u0456\u0432\u043a\u0430\" src=\"\/file\/uploads\/2024\/01\/15\/hkidop.jpg\" style=\"width: 100%;\" \/><\/p>\n<p><small>Postkarte &quot;Rat der Volksbeauftragten&quot; (1918). Quelle: <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/bestand\/objekt\/89-2046\">Deutsches Historisches Museum, Berlin<\/a><\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Richard M&uuml;ller und die Obleute versuchten in dieser Defensive, die R&auml;te irgendwie zu retten. Als die territorialen Arbeiterr&auml;te, wie etwa der Gro&szlig;-Berliner Arbeiterrat oder der Vollzugsrat nicht mehr zu halten waren, versuchten sie wenigstens die R&auml;te in den Betrieben als &bdquo;Betriebsr&auml;te&ldquo; mit m&ouml;glichst vielen Befugnissen in die neue Verfassung zu integrieren. Weitgehende Mitspracherechte im Betrieb und eine Wirtschaftsplanung in Arbeiterhand auf nationaler Ebene waren das Ziel von M&uuml;ller und D&auml;umig.<\/p>\n<p>In der Tat konnte der M&auml;rzstreik 1919 durchsetzen, dass Betriebsr&auml;te in der neuen &bdquo;Weimarer Verfassung&ldquo; erw&auml;hnt wurden &ndash; es gibt sie bis heute in Deutschland. Doch das Betriebsr&auml;tegesetz aus dem Jahre 1920 gab ihnen nur wenige Rechte. Die Betriebsr&auml;te wurden Vertretungsorgane, die der Unternehmer dulden musste &ndash; sie durften sich jedoch nicht in die Produktion einmischen, blieben eine Personalvertretung mit begrenzten Rechten der &bdquo;Mitbestimmung&ldquo;.<\/p>\n<p>Auch die von M&uuml;ller verfochtene eigene Organisation der Betriebsr&auml;te in einer &bdquo;Betriebsr&auml;tezentrale&ldquo; scheiterte. Die Betriebsr&auml;te organisierten sich ab 1920 als Teil der Gewerkschaften &ndash; die eigenst&auml;ndige R&auml;tebewegung in Deutschland war vorbei. Ihre Nachwirkung ist jedoch bis heute sp&uuml;rbar. Ohne die R&auml;tebewegung g&auml;be es heute in Deutschland keine Betriebsr&auml;te, ein wichtiges Kontrollorgan auf Seiten der Besch&auml;ftigten in den Betrieben w&uuml;rde fehlen.<\/p>\n<p>Auch die erste Demokratie auf deutschem Boden war eine Errungenschaft der R&auml;te &ndash; eine Tatsache, die in der allgemeinen Erinnerungskultur lange nicht anerkannt wurde. Dies hat sich mittlerweile ge&auml;ndert &ndash; die R&auml;tebewegung ist als demokratische Bewegung anerkannt. In den sozialen Bewegungen Deutschlands ist dieses Wissen schon l&auml;nger pr&auml;sent, bereits in den 1960er Jahren wurden die Schriften Richard M&uuml;ller in Gewerkschaften und Studierendenbewegung neu gelesen. Seit den sp&auml;ten 2000er Jahren wurden Teile seiner Schriften ins Englische &uuml;bersetzt, auch international setzte ein neuer Blick auf die R&auml;tebewegung in Deutschland ein. Sie wurde als eigenst&auml;ndige Bewegung mit sozialistischen und demokratischen Zielen gesehen, die Deutsche Novemberrevolution nicht mehr nur als &bdquo;gescheiterte Revolution&ldquo; gelesen, sondern als demokratisches Gegenst&uuml;ck zur Entwicklung der Russl&auml;ndischen Revolution. Diese Debatten dauern bis heute an.&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u0440\u043e\u0437\u0430 \u043f\u043e\u0445\u043e\u0440\u043e\u043d\" src=\"\/file\/uploads\/2024\/01\/15\/tfufgl.jpg\" style=\"width: 100%;\" \/><\/p>\n<p><small>Trauerzug zur Beerdigung Rosa Luxemburgs am 13. Juni 1919 auf dem Weg zum Friedhof in Berlin-Friedrichsfelde. Quelle:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/DE\/Content\/Dokumente-zur-Zeitgeschichte\/19190115_ermordnung_luxemburg-liebknecht.html\">Bundesarchiv<\/a><\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<p>Ralf Hoffrogge, <a href=\"https:\/\/www.haymarketbooks.org\/books\/766-working-class-politics-in-the-german-revolution%C2%A0\">Working-Class Politics in the German Revolution<\/a>. Richard M&uuml;ller, the Revolutionary Shop Stewards and the Origins of the Council Movement. Haymarket Press, Chicago 2015.<\/p>\n<p>Ralf Hoffrogge, Richard M&uuml;ller, Eine Geschichte der Novemberrevolution, Berlin 2011.<\/p>\n<p>\u0420\u0430\u043b\u044c\u0444 \u0425\u043e\u0444\u0444\u0440\u043e\u0433\u0433\u0435, <a href=\"http:\/\/www.academia.edu\/28174003\/%D0%9C%D0%B0%D1%81%D1%81%D0%BE%D0%B2%D1%8B%D0%B5_%D0%B7%D0%B0%D0%B1%D0%B0%D1%81%D1%82%D0%BE%D0%B2%D0%BA%D0%B8_%D0%B2_%D1%82%D0%B5%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B8_%D0%B8_%D0%BD%D0%B0_%D0%BF%D1%80%D0%B0%D0%BA%D1%82%D0%B8%D0%BA%D0%B5_%D0%A0%D0%B8%D1%85%D0%B0%D1%80%D0%B4_%D0%9C%D1%8E%D0%BB%D0%BB%D0%B5%D1%80_%D0%A0%D0%BE%D0%B7%D0%B0_%D0%9B%D1%8E%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%BC%D0%B1%D1%83%D1%80%D0%B3_%D0%B8_%D0%BD%D0%BE%D1%8F%D0%B1%D1%80%D1%8C%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%80%D0%B5%D0%B2%D0%BE%D0%BB%D1%8E%D1%86%D0%B8%D1%8F_1918_%D0%B3%D0%BE%D0%B4%D0%B0_2009_\">\u041c\u0430\u0441\u0441\u043e\u0432\u044b\u0435 \u0437\u0430\u0431\u0430\u0441\u0442\u043e\u0432\u043a\u0438 \u0432 \u0442\u0435\u043e\u0440\u0438\u0438 \u0438 \u043d\u0430 \u043f\u0440\u0430\u043a\u0442\u0438\u043a\u0435: \u0420\u0438\u0445\u0430\u0440\u0434 \u041c\u044e\u043b\u043b\u0435\u0440, \u0420\u043e\u0437\u0430 \u041b\u044e\u043a\u0441\u0435\u043c\u0431\u0443\u0440\u0433 \u0438 \u043d\u043e\u044f\u0431\u0440\u044c\u0441\u043a\u0430\u044f \u0440\u0435\u0432\u043e\u043b\u044e\u0446\u0438\u044f 1918 \u0433\u043e\u0434\u0430<\/a> (2009).<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>Autor:<\/strong> Ralf Hoffrogge<\/p>\n<p><strong>Abdeckung:&nbsp;<\/strong>Kateryna Hrytseva<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff der R&auml;te oder R&auml;terepublik ist in der globalen Erinnerung untrennbar verbunden mit der Russl&auml;ndischen Revolution von 1917. 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